Weltraummission Rosetta: Atos plant den wissenschaftlichen Einsatz des Landers Philae

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Weltraummission Rosetta: Atos plant den wissenschaftlichen Einsatz des Landers Philae

  • Mission soll Aufschlüsse über die Geschichte des Sonnensystems und die Entstehung des Lebens bringen
  • Zehn Jahre nach Beginn der Mission setzt der Lander Philae im November 2014 auf dem Ziel-Kometen auf
  • Atos plant und überwacht die Durchführung der wissenschaftlichen Aktivitäten auf dem Kometen

Paris, 24. April 2014

Der internationale IT-Dienstleister Atos plant und überwacht die wissenschaftlichen Einsätze von Philae. Der Lander begleitet die Raumsonde Rosetta und soll im November 2014 auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko landen, um Informationen über die Entstehung des Sonnensystems und des Lebens zu sammeln. Bereits seit 2007 ist Atos Partner der französischen Raumfahrtagentur CNES (Centre National d'Etudes Spatiales) und arbeitet an der Mission von Philae mit.

Zehn Jahre nach Beginn der Mission geht das Vorzeigeprojekt der europäischen Weltraumorganisation ESA (European Space Agency) in die entscheidende Runde. Nachdem der 100 Kilogramm schwere Lande-Roboter Philae am 28. März dieses Jahres nach seinem "Winterschlaf" aktiviert wurde, soll er im November 2014 auf dem Kern des Kometen aufsetzen.

Die Rosetta-Sonde erforscht die Umgebung des Kometen und sammelt mit ihrer Landeeinheit Philae Daten auf der Oberfläche des Kometenkerns. Ziel ist es, die Erklärungsmodelle zur Entstehung unseres Sonnensystems, dessen Relikte die Kometen darstellen, zu bestätigen oder zu entkräften.

Philae, Lande-Roboter der Weltraum-Mission Rosetta (Quelle: ESA, C. Carreau/ATG medialab)


Vorbereitung der wissenschaftlichen Operationen
Vom Missionskontrollzentrum SONC aus plant das Atos Team die wissenschaftlichen Einsätze auf dem Kometen. Dabei nutzen die Experten das komplexe Planungsinstrument MOST (Mission Operations Scheduling Tool). Dieses eigens für Philae entwickelte Instrument wurde um hochspezifische Algorithmen erweitert, die das LAAS (Laboratoire d'analyse et d'Architecture des Systèmes), eines der größten Forschungslabore der nationalen französischen Forschungsorganisation CNRS (Centre National de la Recherche Scientifique français), ebenfalls speziell für Philae entwickelt hat. Das Planungsinstrument verfügt unter anderem über ein sehr präzises Datenmanagementsystem sowie eine Funktion zur unmittelbaren Energieverwaltung, so dass es sich so weit wie möglich mit dem Betrieb der Flugsoftware synchronisieren lässt.

Jedes der zehn Instrumente von Philae wurde unter Berücksichtigung seiner Einsatzdauer, seines Energieverbrauchs und seiner Datenerstellung konzipiert. Während der Planung der wissenschaftlichen Operationen berücksichtigten die Experten unterschiedlichste Variablen: Die Umlaufbahn (Sicht, Tag-/Nachtzyklen, etc.), Interferenzen der Instrumente untereinander sowie mit dem Subsystem, den Forschungsbedarf, begrenzte Speicherkapazitäten und verfügbare Energie. Für die First Science Sequence (FSS), die Zeitspanne unmittelbar nach der Landung von Philae, steht nur für etwa 50 Betriebsstunden Energie zur Verfügung. Jedes der zehn Instrumente muss mindestens einmal funktionieren. All dies macht die Planung sehr schwierig. Hinzu kommt, dass sie an sämtliche neuen orbitalen Gegebenheiten anpassbar - gleichzeitig aber sehr präzise und vollständig steuerbar - sein muss.

Nach der Planung der wissenschaftlichen Operationen integriert das Philae-Kontrollzentrum LCC (Lander Control Center) in Köln - unter Berücksichtigung der von SONC gelieferten Planungsdaten - die entsprechenden Befehle in die Philae-Kommandosteuerung. Anschließend übersenden die Experten den Plan an das Rosetta-Kontrollzentrum RMOC (Rosetta Mission Operation Center) des europäischen Raumflugkontrollzentrums ESOC (European Space Operations Center). Dort werden die Daten in die übergreifende Befehlssteuerung eingefügt.

Philippe Gaudon, Rosetta Mission Director an der CNES, erklärt: "Rosetta ist die erste Sonde, die sich über einen langen Beobachtungszeitraum in der Umlaufbahn eines Kometen aufhalten und einen Lander auf seinen Kern setzen wird. Es handelt sich um eine sehr komplexe Herausforderung, da wir die Beschaffenheit des Kometenkerns nicht kennen. Das bedeutet, dass sich die Umlaufbahnen, die Manöver und die Kommunikationsmöglichkeiten erst sehr spät definieren lassen, obwohl diese Daten für die Vorbereitung der Mission essentiell sind. Die begrenzten Energie- und Speicherkapazitäten des Landers verstärken diese Komplexität noch weiter."

Dominique Hallouard, Atos, Planning Engineer for Scientific Operations, erklärt: "In dieser kritischen Phase der Rosetta-Mission nach dem Aktivieren von Philae gibt es drei besonders hektische Wochen, in denen die Teams von CNES und Atos in zwei Schichten arbeiten: Gemäß der Rückmeldungen der Wissenschaftler steuern wir die geplanten Aktivitäten und verwalten die Geräte und Software an Bord der SONC-Plattform. Wir haben noch mehrere Etappen vor uns, bevor der Lander auf dem Kometen aufsetzt. Doch nach sieben Jahren Arbeit nimmt die Mission konkrete Formen an und das ist äußerst spannend."

Die Teams von Atos haben in den vergangenen zwanzig Jahren zum Erfolg von über 50 Raumfahrtprogrammen beigetragen und bei zahlreichen Projekten der CNES und der wichtigsten Industrieakteure der Luftfahrtbranche mitgewirkt, darunter die Europäische Weltraumorganisation, Airbus Defense and Space sowie Thales Alenia Space. Atos wurde beispielsweise von der CNES ausgewählt, um zukünftige Kontrollzentren für Weltraummissionen zu entwickeln, ein zentrales Projekt in den kommenden 20 Jahren der französischen Raumfahrtagentur. Außerdem ist Atos gemeinsam mit der CNES an der Mars-Mission der NASA beteiligt.

Im Space and Aeronautics Centre of Excellence von Atos arbeiten Spezialisten für unterschiedlichste Themengebiete zusammen, um die Anforderungen der Kunden aus der Wissenschaft zu erfüllen. Dabei geht es sowohl um IT-Aspekte wie komplexe Systemarchitektur, Echtzeittechnik oder Beherrschung der geltenden Normen für Aeronautik und Raumfahrt als auch um branchenspezifische Aspekte wie Flugdynamik, Physik, Strukturmechanik, digitale Simulationen und Wahrscheinlichkeitsberechnung, Umlaufbahnberechnung oder Satellitennavigation. Atos verfügt über umfassendes Know-how zu kritischen und eingebetteten Systemen sowie zu Sicherheitslösungen. Seit nunmehr 30 Jahren bringt sich Atos im französischen Atomstromprogramm ein und hat sich zum einzigen großen IT-Services-Anbieter entwickelt, der digitale Kontrollsysteme für Atomkraftwerke liefern kann.

Über Atos


Atos SE (Societas europaea) ist ein internationaler Anbieter von IT-Dienstleistungen mit einem Jahresumsatz für 2013 von 8,6 Milliarden Euro und 76.300 Mitarbeitern in 52 Ländern. Der globale Kundenstamm des Unternehmens profitiert von einem umfangreichen Portfolio in den Bereichen Beratung und Systemintegration, Managed Services sowie transaktionsbasierte Services durch Worldline, dem europäischen Marktführer und globalen Akteur für Payment Services. Mit seiner umfassenden Technologie-Expertise und tiefgreifendem Branchenwissen unterstützt der IT-Dienstleister Kunden in folgenden Marktsegmenten: Produzierendes Gewerbe, Handel und Transport; Öffentliche Verwaltung und Gesundheitswesen; Banken und Versicherungen; Telekommunikation, Medien und Versorgungsunternehmen.

Der Fokus liegt dabei auf Business Technology. Dieser Ansatz verbindet Unternehmensstrategie, Informationstechnologie und Prozesse. Dadurch können Kunden ihr Geschäft nachhaltig vorantreiben und zukunftsorientiert entwickeln. Atos ist der weltweite IT-Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele und an der Pariser Börse in der NYSE Euronext notiert. Atos firmiert unter Atos, Atos Consulting, Worldline und Atos Worldgrid.

Weitere Informationen finden Sie unter www.atos.net.

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Reiner Höfinger
Pressesprecher
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