Die Roboter kommen

 

 

Die Roboter kommen

 

Die Roboter kommen

...um in Ihrer Nachbarschaft Apothekendienste zu leisten
von David Green, Systems Integration Business Director für Atos in Schottland
 
In vielen entlegenen Gebieten Großbritanniens ist die Versorgung mit Apothekendiensten beschränkt. Manch einer muss mehr als 15 km für Hin- und Rückfahrt einplanen, um Rezepte und notwendige

 

Medikamente abzuholen, oder um medizinische Beratung von der Apotheke im nächsten Ort zu erhalten. Wenn man bedenkt, dass viele dieser Menschen krank, behindert oder alt sind, kann diese Situation tatsächlich ein erhebliches Problem darstellen. Jetzt tragen Fortschritte in der Robotertechnik jedoch zur Problemlösung bei. In diesem Beitrag befasse ich mich mit einem Pilotprojekt der Universität von Aberdeen, an dem ich beteiligt war, und damit, wie man Apothekendienste mithilfe von Robotern in größerem Maßstab ausrollen könnte.

Im Jahre 2011 hatte die Universität von Aberdeen die Idee, ländliche Gemeinden bei  Apothekendiensten zu unterstützen. Mit einer Empfehlung der schottischen Regierung haben wir der Universität unsere Unterstützung angeboten. Seit April dieses Jahres arbeiten wir daran, den „Roboter-Kiosk für Apotheken“ in die Tat umzusetzen.

Von der Idee zur Realität

Obwohl Roboter-Kioske schon seit einem Jahrzehnt eingehend in den USA zur Abholung von Rezepten eingesetzt werden, gab es bisher noch keine Technologie, die uns die Umsetzung der Vision der Universität erlaubt hätte. Wir benötigten einen Kiosk, der den Patienten das direkte Gespräch mit einem Apotheker ermöglicht, aber auch die Übergabe oder Abholung von Rezepten und den Zugang zu elektronischen Apothekendiensten, die in das staatliche Gesundheitswesen NHS eingebunden sind, wie z.B. den „Minor Ailment Service“ für leichte Beschwerden.

Ein Hauptproblem bestand darin, einen geeigneten Technologiepartner zu finden, mit dem wir gemeinsam die Konfiguration des Kiosks ausarbeiten und so unseren besonderen Anforderungen gerecht werden konnten. Darüber hinaus benötigten wir eine sichere Verbindung zwischen der Apotheke und dem Kiosk-Standort, um die Vertraulichkeit der Patienten zu gewährleisten.

Vorteile für die dörfliche Gemeinde

Mit dem Kiosk können Menschen jetzt vor Ort Rezepte abgeben oder abholen, aber auch medizinische Beratung von einem Apotheker über eine Videoverbindung in Anspruch nehmen. Damit entfallen lange Anfahrtswege in die nächstgelegene Apotheke.

     Im Kiosk können etwa 400 separate Posten aufbewahrt werden; die gängigsten Medikamente werden ständig aufgefüllt und mit mehreren Artikeln pro Box versehen, damit sie immer erhältlich sind, z.B. schmerzstillende Mittel und Hustenmedikamente.
Sollte ein Medikament einmal im Kiosk nicht verfügbar sein, kann es ein Apotheker jederzeit auf Anfrage hinzufügen. Das kann oftmals noch am selben Tag geschehen und ist damit eine deutliche Verbesserung im Vergleich zur vorherigen Umschlagszeit von 48 Stunden.

 
Der Kiosk bringt auch dem Gesundheitsdienst in anderen dörflichen Gemeinden einige Vorteile. Da Patienten mithilfe des Kiosks direkt mit Apothekern sprechen und auf diese Weise medizinische Beratung in Anspruch nehmen können, könnten Termine mit dem Hausarzt und sogar Unfalldienste verringert werden. Das könnte wiederum den Druck auf diese Serviceleistungen, die ohnehin schon häufig überbelastet sind, mindern.

Über Aberdeen hinaus ...

Das Projekt hat sich bisher als Erfolg erwiesen, man könnte es aber vor seiner Ausweitung noch verbessern. Um z.B. das gesamte Verschreibungs- und Verabreichungsverfahren im Kiosk zu bewältigen, müssen wir in der Lage sein, auch die Etiketten zu drucken. Deshalb bauen wir diese Funktion in das nächste Modell ein. Weitere Aktualisierungen würden gesetzliche Reformen erfordern, aber aus technischer Sicht ist es unser Ziel, Lösungen zu finden, die auf alle Umstände zugeschnitten werden können.

Was ich besonders spannend finde, ist, dass der Kiosk auch großes Potenzial für den Einsatz in anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes verspricht. Es wäre z.B. vorstellbar, dass er im Krankenhaus als Notdienstversorgung außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Apotheken fungiert. Oder ein Kiosk in einer Justizvollzugsanstalt, der in eine Wand eingelassen wird, um Häftlinge mit einer wirkungsvollen, kostengünstigen und sicheren medizinischen Beratung und Rezepten zu versorgen. Eine weitere Anwendung ließe sich auf Bahnhöfen finden, wo man zu Beginn einer Reise ein Rezept im Kiosk abgeben könnte, um im im Laufe des Tages per SMS die Information zu erhalten, ab wann man das Medikament bei der Rückkehr abholen kann. Als Teil des Services könnte man bei Bedarf sogar über sein Mobilgerät oder den Kiosk Kontakt mit einem Apotheker aufnehmen.  
         
  

Der Kiosk zeigt uns lediglich eine Technologieanwendung zur Verbesserung der Lebensqualität auf lokaler Ebene. Ich freue mich darauf, mitzuverfolgen, wie diese Anwendung in den nächsten Jahren im großen Maßstab auch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen wird – nicht nur in ganz Schottland, sondern auch in anderen öffentlichen Diensten. Ich hoffe, auch Sie verfolgen diese Entwicklung weiter!

David Green

David ist Account Partner und Systems Integration Business Director für Atos Großbritannien. Er lebt und arbeitet in Schottland und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzdienstleistungen und mehr als 10 Jahre Erfahrungen im der öffentlichen Verwaltung.

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